Seminar

Vorbereitung des Gedenktags 2026

Frankfurt – 25. bis 26. April 2025

Unser vor mehr als 25 Jahren gestarteter Versuch, Menschen aus der Drogenselbsthilfe sowie An- und Zugehörige von Drogengebraucher*innen an einen Tisch zu bekommen, kann als Erfolgsgeschichte betrachtet werden. Beispielhaft dafür steht der bundesweite Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher*innen, den Eltern von Betroffenen ins Leben gerufen haben. Heute findet der Tag in mehr als 100 Städten statt und ist ein Mix aus Gedenken, Aktion und Prävention.

Wie bereits im letzten Jahr soll der Gedenktag durch verschiedene PartnerInnen (Akzept, DAH, JES, DGS, Eltern/Angehörige)  getragen und vorbereitet werden.

Diese Möglichkeit bietet das Seminar in dessen Zentrum die Vorbereitung des Gedenktages 2026 stehen wird.

Die Anmeldung zum Gedenktags Seminar 2026 ist online. Auf Euch wartet ein kurzweiliges Seminar zur Rückschau auf die Veranstaltungen des letzten Jahres und die Vorbereitung des Gedenktags 2026.

Es wird vom 25. bis 26. April  in Frankfurt am Main stattfinden.

Bitte entnehmt näheres dazu aus der Beschreibung bei der Anmeldung.



Dokumentation

Aktionsbündnis Jena

Manchmal erzählen Zahlen nur einen kleinen Teil der Geschichte. 77 Menschen sind im Jahr 2025 in Thüringen infolge des Konsums illegalisierter Drogen gestorben. Hinter jeder dieser Zahlen verbirgt sich jedoch weit mehr als eine Statistik: ein Mensch mit einer eigenen Geschichte, mit Träumen, Beziehungen und Menschen, die zurückbleiben und mit dem Verlust leben müssen.
Der bundesweite Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende am 21. Juli erinnert jedes Jahr an diese Menschen. Gleichzeitig macht er auf die Lebensrealität von Menschen mit einer Abhängigkeitserkrankung aufmerksam. Denn der Tag soll nicht nur zum Erinnern anregen, sondern auch dazu, genauer hinzusehen: Vorurteile abzubauen, über Hilfsangebote zu informieren und Maßnahmen zu stärken, die Leben schützen können.
Unter dem diesjährigen Motto „Verändern, um Leben zu retten“ fand auf dem Holzmarkt ein Aktions- und Informationsstand statt. Sozialarbeitern verschiedener Einrichtungen der Stadt Jena, vom Kontaktcafé der Hilfe zur Selbsthilfe – Begegnung Jena e.V., der Suchtberatungsstelle der SiT gGmbH, dem Sozialpsychiatrischen Dienst und Streetwork Lobeda und Winzerla der Stadtverwaltung Jena, Streetwork Stadt Mitte von Drudel 11 e.V. und dem Fanprojekt Jena, der AIDS-Hilfe Weimar & Ostthüringen e.V., Beratungsstelle Jena, sowie der IKOS – Beratungszentrum für Selbsthilfe und dem Projekt clean4us Jena kamen mit Betroffenen, Angehörigen und interessierten Bürgern ins Gespräch. Zwischen Informationsmaterial, Beratung und einer gemütlichen Sitzecke mit Sofas entstand ein Ort, an dem Austausch möglich war. Offen, respektvoll und ohne Berührungsängste. Manchmal beginnt Hilfe genauso: mit einem Gespräch und dem Gefühl, gehört zu werden.
Neben Informationen über Unterstützungs- und Beratungsangebote wurden auch umliegende Apotheken kontaktiert, um auf das Thema aufmerksam zu machen und den Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren zu fördern.
Für die Veranstalter ist klar: Menschen mit einer Suchterkrankung brauchen keine einfachen Antworten, sondern passende Unterstützung. Ihre Lebenssituationen sind so unterschiedlich wie ihre Geschichten. Deshalb braucht es vielfältige Angebote, die Menschen dort erreichen, wo sie gerade stehen, unabhängig davon, ob sie bereits Hilfe suchen oder erst langsam Vertrauen fassen.
Besonders aufmerksam verfolgen Fachkräfte derzeit die zunehmende Verbreitung synthetischer Opioide. Sie erhöhen das Risiko schwerer oder tödlicher Überdosierungen erheblich. Um Leben zu retten, braucht es deshalb konkrete Maßnahmen: Schnelltests zur Erkennung synthetischer Opioide, einen einfachen Zugang zu Naloxon als lebensrettende Erste-Hilfe-Maßnahme bei Opioidüberdosierungen, gut erreichbare Angebote der Opioidsubstitution sowie verständliche Informationen zu Safer Use und weiteren Angeboten der Schadensminderung, beispielsweise durch den sogenannten ‚Safomaten‘ (Präventionsautomat).
Der Gedenktag macht jedes Jahr deutlich, dass jeder vermeidbare drogenbedingte Todesfall einer zu viel ist.

Eingesandt von:

Aktionsbündnis Jena



Dokumentation

Aktionsbündnis Stuttgart

„Zum 26. Mal wurde am 21.07.2026 der Internationale Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende in Stuttgart begangen. Ein Tag der Sichtbarkeit für viele Menschen, die sonst unsichtbar gemacht werden. Ein Tag der Forderungen, um Menschenleben zu retten. Ein Tag der Trauer, in Gedenken an all die Menschen, die verstorben sind.

Um 12 Uhr hatten sich zur Kundgebung an der Leonhardskirche Angehörige, (ehemalige) Drogengebrauchende, Sozialarbeiter*innen und Politiker*innen versammelt. In einer Einführung blickte JES e.V. auf die letzten 25 Jahre zurück. Skandalöse Erlebnisse, die in Erinnerung geblieben sind wie die Verhaftung eines Besuchers, während des Gedenktags 2005. Aber auch Erfolge wie die Eröffnung des Drogenkonsumsraums KOMBO, für welchen viele Jahre gekämpft wurde. Oder die Pflanzung eines Gedenkbaums am Karlsplatz, der bis heute als Mahnmal steht.

Die Zeitreise durch die letzten 25 Jahre ging mit kurzen eindrücklichen Schauspielen der Wilden Bühne und Beiträgen von (ehemaligen) Sozialarbeitenden und Betroffenen weiter. Es wurde über ständige Polizeikontrollen und –Maßnahmen, Einschränkungen durch den täglichen Weg zur Substitutionspraxis und abwertenden Erfahrungen berichtet. Außerdem waren die kommunalen Kürzungen, von denen (insbesondere die niedrigschwellige) Suchthilfe betroffen ist und wodurch notwendige Angebote in Gefahr sind großes Thema. Unser Schirmherr Dr. Cabanis, ärztlicher Direktor für Suchtmedizin am Klinikum Stuttgart, schloss die Reise mit einem Blick in die Zukunft und notwendigen Anpassungen der Suchthilfe ab. Treffend griff er die zuvor von einer substituierten Person beschriebenen erlebten Einschränkungen auf und resümierte, dass durch Substitutionsbehandlungen zwar das ÜBERleben vieler Menschen gesichert wurde, aber die Weiterentwicklung zu einer Behandlung, die ein unabhängiges und Selbst bestimmtes LEBEN ermöglichen, an vielen Stellen fehlt. Leben retten ist wichtig, Lebensqualität ermöglichen ebenso.

Nach den verschiedenen Eindrücken und gemeinsamen Forderungen, wurden in der Leonhardskirche für jede verstorbene Person eine Kerze entzündet und an sie gedacht.

Eingesandt von:

Aktionsbündnis Stuttgart



Dokumentation

Talk Inn, Caritasverband für die Diözese Augsburg e. V.

Kempten
Zum achten Mal in Folge wurde in Kempten der Internationale Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher*innen aktiv begangen.

Die Mitarbeiter*innen der Anlaufstelle Talk Inn (Kontaktladen – Drogenberatung – Streetwork) des Caritasverbandes für die Diözese Augsburg e.V. waren am 21. Juli mit einem Infostand (Foto) in der Fußgängerzone Kempten präsent, verteilten mehrere Hundert weiße Rosen an Passant*innen und informierten über die Hintergründe des Gedenktages.

Außerdem war im Stadtgebiet mehrere großformatige Banner mit dem Hinweis auf den Gedenktag platziert. In der aktuellen Ausgabe der Regionalzeitung erschien eine von der Anlaufstelle Talk Inn und der Suchtfachambulanz Kempten gemeinsam aufgegebene Gedenk-Anzeige.

Eingesandt von:

Talk Inn, Caritasverband für die Diözese Augsburg e. V.



Dokumentation

JES Lörrach & Kontaktladen „Cafe KoLa“

In Lörrach gab es im Kontaktladen „Cafe KoLa“ der Drogen- und Jugendberatungsstelle des AKRM e.V. am 21. Juli wieder eine gemeinsame Gedenkzeremonie.

Mehrere Dutzend Leute waren gekommen, um gemeinsam den Verstorbenen zu gedenken. Teils kannten sich die Menschen seit Jahrzehnten. Sie waren befreundet, verpartnert und verwandt.

Eröffnet wurde die Gedenkfeier mit einer Rede von Frank Meissner, dem Leiter der Drogen- und Jugendberatungsstelle bei der er sehr deutlich machte, dass die Kürzungen im Sozial und Gesundheitswesen verheerende Folgen haben werden. Eindeutig politisch wurde es dann im Anschluss beim Redebeitrag von Sabin Schumacher, Stadträtin und JES Mitglied, der mit der deutlichen Aussage „Das BtmG muss in die Tonne!“. Während der Reden war so manche Träne bei den Zuhörenden zu sehen.

14 Namen standen dieses Jahr auf der von JES aufgestellten Gedenktafel. 14 Menschen, die in den vergangenen 12 Monaten verstorben sind. 14 Menschen, um die getrauert wird. 14 Menschen, die jetzt fehlen!

Einige KoLa-Gäste gaben ihrer Trauer Ausdruck. Sie schrieben ihre Gedanken auf Schmetterlingsblätter und befestigten sie am Trauerbaum im Kontaktladen. Andere taten dies still für sich an der Gedenktafel oder im Gespräch während des gemeinsamen Essens.

Später gingen einige JES Mitglieder noch in die Innenstadt und verteilten dort, unterstützt von den Lörracher Piraten, Flyer zum Gedenktag.

Eingesandt von:

JES Lörrach



Dokumentation

Arztmobil-Gelsenkirchen

„Nur noch ein letztes Mal …“
Internationaler Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher*innen · Gelsenkirchen ·
Gedenken, Sichtbarkeit und die schwierige Frage des Aufhörens
Am 21. Juli, dem Internationalen Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher*innen, wurde auf dem Heinrich-König-Platz in Gelsenkirchen den Menschen gedacht, die durch ihren Drogenkonsum verstorben sind. Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung stand eine Perspektive, die im öffentlichen Bild von Drogengebrauch häufig wenig sichtbar ist: Menschen, die ihren Konsum reduzieren oder ganz aufhören möchten – und dennoch immer wieder mit dem quälenden Drang nach dem nächsten Konsum konfrontiert sind.

„Nur noch ein letztes Mal … – unauffällig. alltäglich. menschlich. Vom
Aufhören und dem quälenden Drang wieder anzufangen.“
Mit einer eigens gestalteten Installation wurde dieser Ambivalenz Raum gegeben. Zahlreiche schwarze Latten lagen auf dem Platz und standen symbolisch für verstorbene Drogengebraucher*innen. Auf den Latten waren Gedanken und Aussagen von betroffenen Menschen zu lesen, die mit ihrem Konsum kämpfen und das Aufhören als einen schwierigen, oftmals widersprüchlichen Prozess erleben. Der Wunsch nach Veränderung trifft dabei auf Suchtdruck, Gewohnheiten und die Sehnsucht nach dem nächsten Konsum. Unsichtbare und alltägliche Lebensgeschichten sichtbar machen Die Installation machte deutlich, dass problematischer Drogenkonsum nicht immer offensichtlich ist.
Viele Menschen sind im Alltag kaum als Drogengebraucher*innen erkennbar. Hinter einer Abhängigkeit stehen Menschen mit Beziehungen, Hoffnungen, Ängsten und ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten. „Unauffällig. alltäglich. menschlich.“ war deshalb nicht nur Teil des Titels, sondern eine zentrale Botschaft der Veranstaltung.
Im Zentrum der Installation stand ein großer Baum aus Holz. An seinen Ästen konnten Namen und Erinnerungen angebracht werden. Er symbolisierte das Leben der Verstorbenen, ihre Geschichten und die Spuren, die sie bei anderen Menschen hinterlassen haben. Blumen, Kerzen und persönliche Botschaften ergänzten die Installation und machten den Heinrich-König-Platz für einige Stunden zu einem Ort des gemeinsamen Erinnerns.

Gedenken und Begegnung
Die Veranstaltung bot Raum für Trauer, Erinnerung und Austausch. Musik begleitete das Gedenken; gleichzeitig gab es Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Auch für das leibliche Wohl war gesorgt. So entstand eine Atmosphäre, die neben der Trauer auch Gemeinschaft und Begegnung ermöglichte.

Der Blick auf die Menschen, die weiterleben
Der 21. Juli erinnert an Menschen, die fehlen und um die getrauert wird. Gleichzeitig richtete die diesjährige Veranstaltung den Blick auf diejenigen, die weiterleben und versuchen aufzuhören. Sie machte die Ambivalenz sichtbar, die eine Abhängigkeit begleiten kann, und die Kraft, die es braucht, immer wieder einen neuen Versuch zu wagen.
„Nur noch ein letztes Mal …“ – ein Satz, der zunächst unscheinbar klingt und doch für viele Menschen einen schmerzhaften Kreislauf beschreibt. Die Installation gab diesen Gedanken Raum und machte deutlich: Abhängigkeit ist nicht einfach eine Frage von Willenskraft. Sie ist komplex, individuell und menschlich.
Fazit
Der Gedenktag bleibt damit nicht nur ein Tag des Erinnerns an die Verstorbenen, sondern auch ein Tag, an dem sichtbar wird, warum niedrigschwellige, akzeptierende und menschliche Drogenhilfe so
wichtig ist. Denn hinter jedem Namen steht ein Mensch. Und hinter jedem Menschen, der heute noch versucht aufzuhören, steht die Hoffnung auf ein anderes Morgen.   Text als pdf

Eingesandt von:

Arztmobil-Gelsenkirchen



Dokumentation

JES Dresden

Am 21. Juli 2026, zum Internationalen Gedenktag
verstorbene Drogengebrauchende, Gab es auch in Dresden wieder zwei Veranstaltungen.

Wir haben uns dieses Jahr für einen ganz besonderen Schauplatz entschieden: Die Scheune in der Dresdner Neustadt. Ein Schauplatz an dem Konsum, Armut und Obdachlosigkeit zum alltäglichen Bild gehören und dennoch von vielen Menschen nicht gesehen wird. Mit dieser Atmosphäre genau die richtige Kulisse für einen Tag zwischen Trauer, Austausch und dem Sichtbar machen politischer Missstände.

Unser Stand war bestückt mit Infomaterialien, Safer-Use-Utensilien und verschiedene Giveaways, die immer wieder für den ersten Blickkontakt gesorgt haben. Um den Erstkontakt nochmal interessanter zu gestalten, hatten wir in diesem Jahr einen kleinen, aber wirkungsvoller Türöffner: kleine Tütchen mit Glitzerpulver, in denen sich unsere Visitenkarten befanden, die wir an vorbeikommende Menschen verteilt haben. Ein simples Giveaway, das den ersten Schritt aufeinander zu leicht macht, was gerade bei Menschen mit Konsumerfahrung das Eis schnell brechen lies. Aus einem kurzen Schmunzeln von „Was ist das denn?“ entstanden so manche gute, ehrliche Gespräch.

Das Interesse am Stand war groß. Viele Menschen sind stehengeblieben, haben nachgefragt, sich für unsere Arbeit interessiert. Und wie jedes Jahr waren auch einige dabei, die uns ihre eigene Geschichte anvertraut haben – eigene Verluste, eigene Kämpfe. Gerade für diejenigen, die in ihrem Umfeld auf wenig offene Ohren und Verständnis stoßen, eine dankbare Gelegenheit. Für diese Menschen waren wir da, haben zugehört und auch ganz konkret unsere Unterstützung angeboten.

Ein fester Bestandteil des Nachmittags war unsere Bastelstation: Aus Papier gefaltete Schmetterlinge, auf die die Namen verstorbener drogengebrauchender Menschen geschrieben werden konnten. Eine stille, aber sehr eindrückliche Form des Erinnerns, die vielen Interessierten sichtlich nahegegangen ist – und die dem Tag jenseits aller Öffentlichkeitsarbeit seinen eigentlichen Kern zurückgegeben hat: Das Gedenken an die, die wir verloren haben.

Musikalisch begleitet wurde die Aktion von einem Gitarristen, der live gespielt und gesungen hat. Die Musik hat den Nachmittag getragen und genau die Stimmung unterstrichen, die so ein Gedenktag braucht – zwar nachdenklich, aber nicht schwer, gemeinschaftlich statt einsam und zu erkennen, dass man trotz seiner Geschichte ein liebenswerter Mensch ist.

Zum Abschluss haben wir – wie es zum Gedenktag gehört – unsere drogenpolitischen Forderungen verlesen. Sie erinnern jedes Jahr aufs Neue daran, dass Trauer und politischer Anspruch für uns zusammengehören: Der Gedenktag ist kein rein rückblickender Moment, sondern auch ein Anlass, laut zu sagen, was sich ändern muss, damit weniger Namen auf Papierschmetterlinge geschrieben werden müssen.
Dresden hat gezeigt, wie viel ein offener, einladender Stand mitten in der Stadt bewegen kann: Begegnungen, Gespräche, Erinnerung und Haltung.

LG Anna

Eingesandt von:

JES Dresden



Dokumentation

Jugend- und Suchtberatungsstelle NIDRO Speyer

Am 21.07.2026 haben wir die, durch unsere Klienten_innen aus der Nachsorgegruppe, der Selbsthilfegruppe und der ambulanten Rehabilitationsgruppe, gestalteten Kreidetafeln in Form von Schmetterlingen, an die Fenster und die Hauswand unserer NIDRO Beratungsstelle in Speyer gehängt, als Zeichen für Aufklärung und Solidarität.  Während des kreativen Gestaltens der Schmetterlinge entstanden wertvolle Gespräche und Gedanken zu dem diesjährigen Motto „VERÄNDERN, UM LEBEN ZU RETTEN“.  Die Gedanken wurden auf den Schmetterlingen festgehalten und zeigen auf, welche Veränderungen es braucht, damit drogengebrauchende Menschen besser geschützt und unterstützt werden können.

Eingesandt von:

Jugend- und Suchtberatungsstelle NIDRO Speyer



Dokumentation

Caritasverband für den Kreis Coesfeld e.V

Fachstelle Suchtprävention in Kooperation mit den drei Suchtberatungsstellen im Kreis Coesfeld

Jugendliche setzen ein Zeichen für Prävention und Erinnerung zum Internationalen Gedenktag

Mehr als 200 Schüler*innen haben sich an dem abwechslungsreichen Aktionstag in Dülmen beteiligt, der von der Fachstelle Suchtprävention des Caritasverbandes f. d. Kreis Coesfeld in Kooperation mit den drei Suchtberatungsstelle (Alexianer Westmünsterland, AWO-Unterbezirk-Recklinghausen und des Caritasverbandes) durchgeführt wurde.

An Informations- und Mitmachständen konnten die Jugendlichen die Angebote der Suchthilfe kennenlernen. Mit kreativen, spielerischen und interaktiven Aktionen wurden sie dazu angeregt, sich mit Konsumverhalten, Suchtrisiken und einem gesunden Lebensstil auseinanderzusetzen.

Die hohe Beteiligung und das große Interesse an den Mitmachaktionen zeigten, dass moderne Präventionsarbeit junge Menschen erreicht, wenn sie zum Mitmachen einlädt, den Dialog fördert und Raum für eigene Erfahrungen und Fragen bietet. Der Aktionstag verband auf eindrucksvolle Weise Erinnern, Aufklärung und Prävention und setzte damit ein wichtiges Zeichen für den Gedenktag.

Eingesandt von: 

Caritasverband für den Kreis Coesfeld e.V



Dokumentation

Jugend- und Drogenberatung Reutlingen

Zusammenfassung der Aktionen (Gedenkwoche und 21. Juli)
In der Drogenberatungsstelle wurde u.a. ein Plakat aufgestellt, auf dem Klient*innen die Vornamen ihrer lieben Menschen anlässlich des Gedenktages eintragen konnten.
Im Kontaktcafé PANTO erfolgte eine entsprechende Gedenken-Aktion für die Verstorbenen.
Am 21. Juli wurden im Rahmen der Streetwork im gesamten Stadtgebiet Reutlingen Schmetterlinge gesprayt und Armbänder und Sticker in der Szene verteilt.

Eingesandt von:

Jugend- und Drogenberatung Reutlingen



Dokumentation

Fachstelle für Sucht- und Suchtprävention, Osnabrück

Internationaler Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende 2026 in Osnabrück

23 Menschen im Alter von 22 bis 66 Jahren sind innerhalb der vergangenen zwölf Monate im Kontext ihres Drogenkonsums gestorben – ob an Überdosierungen, Folgen von Langzeit- und Begleiterkrankungen wie Leberzirrhose, HIV-Infektionen, Gewaltverbrechen oder durch Suizid.

Ihnen wurde am Sonntag, 21. Juli, in der Getrudenkirche und draußen am Gedenkstein an der Klostermauer am Senator-Wagner-Weg gedacht. In Osnabrück wurden die Zeremonien wie jedes Jahr von Akteuren des lokalen Drogenhilfe-Netzwerks gestaltet: Aids-Hilfe, Ambulanter Justizsozialdienst (AJSD), Ameos-Klinikum, Caritas, Diakonie, Selbsthilfeverein Elrond, Selbsthilfegruppe Eltern helfen Eltern, Netzwerk JES sowie HIV-Seelsorge.

Das diesjährige Motto „VERÄNDERN, UM LEBEN ZU RETTEN“ wurde von den Rednern aufgegriffen und prägt natürlich über den Tag hinaus die politischen Bestrebungen der Akteure.

Niedrigschwellige Hilfsangebote werden überall deutlich mehr angefragt und erscheinen zunehmend zwingend nötig, um die Leute zu erreichen, denen es nicht (mehr) möglich ist, ausreichend auf ihre eigenen Gesundheit zu achten, und Unterstützung und Hilfestellung zu geben für die Not und die mitunter empfundene Perspektivlosigkeit von Menschen am vermeintlichen „Rande der Gesellschaft“. Auch darauf wurde an diesem Tag hingewiesen.

Die Andacht wurde abgeschlossen von Reden aus der Politik, der Bürgermeisterin Eva-Maria Westermann, sowie Herrn Aaron Kujawa vom Osnabrücker Präventions- und Aufklärungsverein Stigma e.V., der darauf hinwies, dass Sucht oft mit Überforderung, Einsamkeit und verlorener Hoffnung beginnt.

Musikalisch wurde die Veranstaltung wieder vom Abseits?!-Straßenchor, „Charlotte“ sowie „Uli the Sing“ unterstützt. Ein abschließendes Konzert mit Grillen fand dann noch in der Teestube Café Kommunitas statt.

Öffentlichkeits-wirksame Beiträge zum Gedenktag wurden in der Neuen Osnabrücker Zeitung, der Osnabrücker Nachrichten und der Straßenzeitung „Abseits?!“ veröffentlicht. Darüber hinaus gab es wieder eine Radiosendung zum Thema auf OS-Radio 104,8 und es wurde wieder eine große Anzeige auf den digitalen Osnabrücker Werbetafeln an den Hauptstraßen geschaltet.

Eingeladen, dem ganzen beizuwohnen, waren alle Menschen, die irgendwie mit dem Thema zu tun haben, selbst Betroffene, Ehemalige, Angehörige, professionelle Helfer und sonstig Interessierte. Die Veranstaltung wurde von ca. 120 Menschen besucht bzw. genutzt, um Abschied zu nehmen und über die genannten Themen übergreifend ins Gespräch zu kommen.

August 2026, Norman Zipplies

Eingesandt von:

Fachstelle für Sucht- und Suchtprävention, Osnabrück



Dokumentation

Braunschweiger AIDS-Hilfe e.V.

  1. Juli 2026 in Braunschweig

Auch in diesem Jahr fand traditionell am 21. Juli unser Open-Air Gedenkgottesdienst auf dem Windmühlenberg nahe der örtlichen Drogenszene statt. In diesem Jahr gedachten wir in Braunschweig zum 27. Mal der verstorbenen Drogengebrauchenden.

Der Gedenkgottesdienst wurde von der Braunschweiger AIDS-Hilfe e.V., JES Braunschweiger Land sowie der DROBS Braunschweig und Pastor Henning Böger (St. Magni-Kirche) vorbereitet und durchgeführt. Er fand unter der Schirmherrschaft von Dr. Christos Pantazis (MdB) statt.

Kreuze wurden aufgebaut mit Namen von Menschen, die verstorben sind. Ein Altar mit 12 Bilderrahmen mit Namen der Verstorbenen der Region lud zum Innehalten ein. Pastor Böger wies darauf hin, dass es nicht nur ein Tag des Erinnerns ist, sondern auch ein politischer Gedenktag, der Zeichen setzen soll. Thomas Fabian von JES Braunschweiger Land machte in Wortbeiträgen während des Gottesdienstes auf die Situation drogengebrauchender Menschen aufmerksam und erläuterte verschiedene politische Forderungen, die zu einer Verbesserung der Situation dieser Personen beitragen würden.

Doch auch Mitglieder der Szene sowie Angehörige Verstorbener nutzten den offenen Raum innerhalb des Gedenkgottesdienstes, um „ihren“ Verstorbenen zu gedenken und auf die prekäre Lage drogengebrauchender Personen aufmerksam zu machen. Sie hatten auch die Möglichkeit, einen Stein am Bild niederzulegen, das für die Schwere des Verlustes und des Themas sinnbildlich steht.

Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst wie in den letzten Jahren durch Jörg Hecker von „Barcoustics“, der eine sehr sensible Songauswahl bereithielt, die zum Nachdenken, Trauern und Erinnern einlud. In diesem Jahr gab es wieder die Möglichkeit, Gedanken und Wünsche in ein „Buch der Erinnerung“ für die Verstorbenen zu schreiben, um sie nicht zu vergessen. Dieses Angebot wurde gut angenommen.

Auch nach dem Gottesdienst wurde die Zeit genutzt, um miteinander zu reden, sich auszutauschen und zu stützen, sodass viele Gespräche stattfanden. Auch wurden saubere Konsumutensilien verteilt, um weitere Infektionen und Todesfälle zu verhindern. Wir empfanden diesen Gedenkgottesdienst sehr emotional. Die Atmosphäre lud zum Erinnern und Gedenken ein, die Besuchenden erhielten einen Platz für ihre Trauer.

Elke Kreis (Braunschweiger AIDS-Hilfe)

Eingesandt von:

Braunschweiger AIDS-Hilfe e.V.

 



Dokumentation

Diakonie WesT e.V.

Die Drogenberatung informiert über die Gefahren illegaler Vapes
Anlässlich des Gedenktags für verstorbene Drogengebrauchende war die Drogenberatungsstelle der Diakonie WesT e.V. aus Gronau im Juli 2026 mit einem Informationsstand auf dem Wochenmarkt in Ahaus vertreten. Im Mittelpunkt standen die zunehmende Verbreitung illegaler Vapes und die damit verbundenen Risiken. Um sichtbar zu machen, welche Produkte junge Menschen tatsächlich konsumieren, hatte Sozialarbeiterin Chiara Theuring Jugendliche aus berufsvorbereitenden Maßnahmen gebeten, ihre genutzten Vapes mitzubringen. Das Ergebnis war alarmierend: Von 27 gesammelten Geräten waren lediglich zwei für den deutschen Markt zugelassen. „Viele Jugendliche wissen gar nicht, was sie eigentlich konsumieren“, erklärt Chiara Theuring. „Während zugelassene Einweg-Vapes etwa 600 bis 800 Züge umfassen, greifen viele Jugendliche zu sogenannten Tornados mit 15.000 bis 25.000 Zügen. Diese Produkte sind häufig günstiger und trotz fehlender Zulassung nach Aussagen der Jugendlichen im Internet sowie teilweise auch in Geschäften auf Nachfrage erhältlich. Je nach Modell können solche Vapes mehrere hundert Milligramm Nikotin enthalten – das entspricht dem gesamten Nikotingehalt mehrerer Schachteln Zigaretten.“
Ein besonderes Risiko sieht Theuring darin, dass der Konsum häufig unbewusst über den gesamten Tag verteilt stattfindet: „Erst im Gespräch wird vielen bewusst, wie häufig sie tatsächlich an ihrer Vape ziehen – morgens vor dem Spiegel, auf dem Schulweg, in der Pause oder abends neben dem Handy im Bett. Der süße Geschmack, fruchtige Aromen und der fehlende Rauchgeruch machen den Konsum zusätzlich unauffällig.“ Genau diese Erkenntnis sei häufig ein wichtiger erster Schritt, um das eigene Konsumverhalten zu reflektieren.
Aber auch illegale Nachfüll-Liquids bereiten der Drogenberatung Sorgen. Bei diesen ist häufig nicht nachvollziehbar, welche Inhaltsstoffe tatsächlich enthalten sind. Dazu gehören auch sogenannte „Baller-Liquids“, bei denen neben Nikotin weitere unbekannte oder psychoaktive Substanzen enthalten sein können. Die Drogenberatung möchte mit ihrer Aufklärungsarbeit daher nicht nur Jugendliche erreichen, sondern auch Eltern, Erziehende und pädagogische Fachkräfte für die gesundheitlichen Risiken und das hohe Suchtpotenzial illegaler Vapes sensibilisieren. Die Beratung ist kostenlos, vertraulich und kann auf Wunsch anonym stattfinden.

Eingesandt von:

Diakonie WesT e.V.



Dokumentation

VISION e.V. Videos

Gedenkzeremonie

Entgegen den vorjährigen Gedenktagen blieb das Gedenken in diesem Jahr still, bis auf die Stimme von Julie, die schöne Worte fand, um uns durch die Gedenkzeremonie zu führen.

 

Open-Mic-Aktion

Was muss sich verändern, um Leben zu retten?
Im Rahmen der Open-Mic-Aktion haben Gäste ihre Forderungen formuliert.

Weitere Videos folgen in Kürze…