Fachstelle für Sucht- und Suchtprävention, Osnabrück
Internationaler Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende 2026 in Osnabrück
23 Menschen im Alter von 22 bis 66 Jahren sind innerhalb der vergangenen zwölf Monate im Kontext ihres Drogenkonsums gestorben – ob an Überdosierungen, Folgen von Langzeit- und Begleiterkrankungen wie Leberzirrhose, HIV-Infektionen, Gewaltverbrechen oder durch Suizid.
Ihnen wurde am Sonntag, 21. Juli, in der Getrudenkirche und draußen am Gedenkstein an der Klostermauer am Senator-Wagner-Weg gedacht. In Osnabrück wurden die Zeremonien wie jedes Jahr von Akteuren des lokalen Drogenhilfe-Netzwerks gestaltet: Aids-Hilfe, Ambulanter Justizsozialdienst (AJSD), Ameos-Klinikum, Caritas, Diakonie, Selbsthilfeverein Elrond, Selbsthilfegruppe Eltern helfen Eltern, Netzwerk JES sowie HIV-Seelsorge.
Das diesjährige Motto „VERÄNDERN, UM LEBEN ZU RETTEN“ wurde von den Rednern aufgegriffen und prägt natürlich über den Tag hinaus die politischen Bestrebungen der Akteure.
Niedrigschwellige Hilfsangebote werden überall deutlich mehr angefragt und erscheinen zunehmend zwingend nötig, um die Leute zu erreichen, denen es nicht (mehr) möglich ist, ausreichend auf ihre eigenen Gesundheit zu achten, und Unterstützung und Hilfestellung zu geben für die Not und die mitunter empfundene Perspektivlosigkeit von Menschen am vermeintlichen „Rande der Gesellschaft“. Auch darauf wurde an diesem Tag hingewiesen.
Die Andacht wurde abgeschlossen von Reden aus der Politik, der Bürgermeisterin Eva-Maria Westermann, sowie Herrn Aaron Kujawa vom Osnabrücker Präventions- und Aufklärungsverein Stigma e.V., der darauf hinwies, dass Sucht oft mit Überforderung, Einsamkeit und verlorener Hoffnung beginnt.
Musikalisch wurde die Veranstaltung wieder vom Abseits?!-Straßenchor, „Charlotte“ sowie „Uli the Sing“ unterstützt. Ein abschließendes Konzert mit Grillen fand dann noch in der Teestube Café Kommunitas statt.
Öffentlichkeits-wirksame Beiträge zum Gedenktag wurden in der Neuen Osnabrücker Zeitung, der Osnabrücker Nachrichten und der Straßenzeitung „Abseits?!“ veröffentlicht. Darüber hinaus gab es wieder eine Radiosendung zum Thema auf OS-Radio 104,8 und es wurde wieder eine große Anzeige auf den digitalen Osnabrücker Werbetafeln an den Hauptstraßen geschaltet.
Eingeladen, dem ganzen beizuwohnen, waren alle Menschen, die irgendwie mit dem Thema zu tun haben, selbst Betroffene, Ehemalige, Angehörige, professionelle Helfer und sonstig Interessierte. Die Veranstaltung wurde von ca. 120 Menschen besucht bzw. genutzt, um Abschied zu nehmen und über die genannten Themen übergreifend ins Gespräch zu kommen.
August 2026, Norman Zipplies
Eingesandt von:
Fachstelle für Sucht- und Suchtprävention, Osnabrück






