Diakonie WesT e.V.

Die Drogenberatung informiert über die Gefahren illegaler Vapes
Anlässlich des Gedenktags für verstorbene Drogengebrauchende war die Drogenberatungsstelle der Diakonie WesT e.V. aus Gronau im Juli 2026 mit einem Informationsstand auf dem Wochenmarkt in Ahaus vertreten. Im Mittelpunkt standen die zunehmende Verbreitung illegaler Vapes und die damit verbundenen Risiken. Um sichtbar zu machen, welche Produkte junge Menschen tatsächlich konsumieren, hatte Sozialarbeiterin Chiara Theuring Jugendliche aus berufsvorbereitenden Maßnahmen gebeten, ihre genutzten Vapes mitzubringen. Das Ergebnis war alarmierend: Von 27 gesammelten Geräten waren lediglich zwei für den deutschen Markt zugelassen. „Viele Jugendliche wissen gar nicht, was sie eigentlich konsumieren“, erklärt Chiara Theuring. „Während zugelassene Einweg-Vapes etwa 600 bis 800 Züge umfassen, greifen viele Jugendliche zu sogenannten Tornados mit 15.000 bis 25.000 Zügen. Diese Produkte sind häufig günstiger und trotz fehlender Zulassung nach Aussagen der Jugendlichen im Internet sowie teilweise auch in Geschäften auf Nachfrage erhältlich. Je nach Modell können solche Vapes mehrere hundert Milligramm Nikotin enthalten – das entspricht dem gesamten Nikotingehalt mehrerer Schachteln Zigaretten.“
Ein besonderes Risiko sieht Theuring darin, dass der Konsum häufig unbewusst über den gesamten Tag verteilt stattfindet: „Erst im Gespräch wird vielen bewusst, wie häufig sie tatsächlich an ihrer Vape ziehen – morgens vor dem Spiegel, auf dem Schulweg, in der Pause oder abends neben dem Handy im Bett. Der süße Geschmack, fruchtige Aromen und der fehlende Rauchgeruch machen den Konsum zusätzlich unauffällig.“ Genau diese Erkenntnis sei häufig ein wichtiger erster Schritt, um das eigene Konsumverhalten zu reflektieren.
Aber auch illegale Nachfüll-Liquids bereiten der Drogenberatung Sorgen. Bei diesen ist häufig nicht nachvollziehbar, welche Inhaltsstoffe tatsächlich enthalten sind. Dazu gehören auch sogenannte „Baller-Liquids“, bei denen neben Nikotin weitere unbekannte oder psychoaktive Substanzen enthalten sein können. Die Drogenberatung möchte mit ihrer Aufklärungsarbeit daher nicht nur Jugendliche erreichen, sondern auch Eltern, Erziehende und pädagogische Fachkräfte für die gesundheitlichen Risiken und das hohe Suchtpotenzial illegaler Vapes sensibilisieren. Die Beratung ist kostenlos, vertraulich und kann auf Wunsch anonym stattfinden.

Eingesandt von:

Diakonie WesT e.V.